Sardinien gehört zu den ältesten Bergbauregionen Europas. Stillgelegte Gruben, Bergbaudörfer und Industrieanlagen zeigen, wie stark Landschaft, Arbeitswelt und soziale Strukturen durch den Abbau geprägt wurden. Das Seminar beleuchtet Chancen und Herausforderungen dieses Erbes und vergleicht Wege des Umgangs mit stillgelegten Standorten in Italien und der BRD.
Im Mittelpunkt stehen Fragen der regionalen Entwicklung: Welche Zukunft haben ehemalige Bergbaustandorte, und wie lassen sich Orte erhalten, die als europäisches Kulturerbe gelten? Zugleich wird diskutiert, wie regionale Wertschöpfung gesichert werden kann – vor dem Hintergrund, dass in vielen Phasen Investoren von außen überproportional profitierten.
Auch die problematischen Kapitel kommen in den Blick, insbesondere der Abbau unter faschistischer Herrschaft und die gezielte Industrialisierung einzelner Orte. Abschließend richtet sich der Blick auf Gegenwart und Zukunft: Unter welchen Bedingungen wäre ein ökologisch und sozial verantwortlicher Abbau denkbar, welche Rolle spielen EURichtlinien – und wäre ein solcher Ansatz international konkurrenzfähig?