Auf alten Höhenwegen, an Wallresten und in historischen Orten zeigt sich, wie der Harz über Jahrhunderte ein Treffpunkt unterschiedlicher Kulturen war. Römische Vorstöße an die Randbereiche der Region, vielfältige germanische Gruppen und später die französische Verwaltung unter Napoleon haben dauerhaft Spuren hinterlassen – politisch, kulturell und im Selbstbild von Gemeinschaft.
Das Seminar betrachtet den Harz als Raum verdichteter Wechselwirkungen. Die römische Welt erscheint als vernetztes Gemeinwesen mit Handel, Mobilität und unterschiedlichen Lebensformen. Germanische Gruppen agierten darin nicht als geschlossener Block, sondern in vielfältigen Beziehungen – von Kooperation bis Konflikt. Zugleich formten römische Quellen ein Fremdbild, das mehr über die Perspektive der Autoren verrät als über die nördlichen Nachbarn.
Mit der Franzosenzeit rückt eine Epoche in den Blick, in der Verwaltung, Recht und gesellschaftliche Ordnung neu gedacht wurden. Zahlreiche Orte zeigen, wie Reformen Strukturen veränderten. Insgesamt macht das Seminar sichtbar, wie historische Begegnungen und Machtverhältnisse das Verständnis von Identität und Ordnung bis heute prägen.