Die Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt sich im Harz auf engem Raum: ehemalige Grenzanlagen, Orte nationalsozialistischer Zwangsarbeit und Spuren eines geteilten Landes prägen die Region bis heute. Das Seminar nimmt diese Schauplätze zum Ausgangspunkt, um zu analysieren, wie politische Systeme Lebenswelten verändern – und wie Menschen auf Einschränkungen, Brüche und Neuanfänge reagieren.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Nationalsozialismus und den Auswirkungen politischer Ideologien auf gesellschaftliche Strukturen und individuelle Handlungsspielräume. Die Auseinandersetzung mit den historischen Orten zeigt, wie Kontrolle, Ausgrenzung und Gewalt in den Alltag eingriffen und welche Spuren diese Erfahrungen hinterlassen haben.
Im Fokus steht zudem die ehemalige innerdeutsche Teilung. Sie markierte über Jahrzehnte eine deutliche politische und gesellschaftliche Zäsur. Das Seminar untersucht, wie diese Aufteilung das Leben im Harz prägte, welche Erinnerungsorte bis heute wirken und welche Bedeutung sie für das kollektive Gedächtnis haben.
Ergänzend richtet sich der Blick auf Gegenwartsthemen: Fluchtwege und heutige Barrieren machen sichtbar, wie politische, geografische und persönliche Hürden Biografien prägen. So entsteht eine Verbindung zwischen historischen Erfahrungen und aktuellen Fragen von Verantwortung und Erinnerungskultur.