Im Harz prägen Schächte, Gräben, Pingen und historische Wasserläufe bis heute das Landschaftsbild. Die Region zählt zu den bedeutendsten Bergbaurevieren Mitteleuropas; sie zeigt, wie eng technische Innovationen, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Strukturen mit der Erzgewinnung verbunden waren. Orte wie ClausthalZellerfeld, Sankt Andreasberg oder die Oberharzer Wasserwirtschaft machen diese Geschichte anschaulich.
Das Seminar beleuchtet Arbeitswelten unter und über Tage, Verfahren der Erzgewinnung und die Rolle bergbaulichen Reichtums für politische und soziale Gefüge. Im Zentrum steht das Verhältnis von Mensch und Natur: die Nutzung von Wasser, Holz und Feuer, ihre technische Umsetzung und die prägenden Eingriffe in die Landschaft.
Auch problematische Kapitel werden einbezogen – darunter Zwangsarbeit und die Nutzung einzelner Anlagen während der NSZeit. Diese Perspektiven eröffnen einen differenzierten Blick auf die Verbindung von Wirtschaft, Gesellschaft und politischer Instrumentalisierung und zeigen, wie das Erbe des Bergbaus bis heute nachwirkt.