Zwischen dem Waldecker Land und dem SchwalmEderGebiet zeigen alte Stollen, Spuren des Schieferabbaus und Relikte der Braunkohleförderung, wie stark Nordhessen über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt wurde. Die Region verdeutlicht, wie Rohstoffe Landschaft, Siedlungen und Arbeitswelten formten und welche technischen und sozialen Entwicklungen damit einhergingen.
Das Seminar zeichnet die Entwicklung von den ersten Schürfstellen des Mittelalters bis zur industriellen Förderung im 20. Jahrhundert nach. Unterschiedliche Rohstoffe – von Eisen und Edelmetallen bis zu Schiefer und Kohle – stehen ebenso im Mittelpunkt wie Verfahren der Gewinnung und die Arbeitsbedingungen der Bergleute. Ergänzend wird die Rolle lokaler Strukturen thematisiert, die von wirtschaftlichen Veränderungen und technischen Fortschritten geprägt waren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den gesellschaftlichen und politischen Dimensionen. Im Schieferbergbau kam es während der NSZeit zur Zwangsverpflichtung von Menschen, die aus rassistischen oder politischen Gründen verfolgt wurden. Auch die zeitweise Nutzung unterirdischer Anlagen durch die LeunaWerke verweist auf Verflechtungen zwischen Industrie, Kriegswirtschaft und regionalen Entwicklungen. Die Betrachtung dieser Kapitel eröffnet einen differenzierten Blick auf die Geschichte des Bergbaus in Nordhessen und auf die Spuren, die bis heute sichtbar geblieben sind.